top of page

„Übrigens.“, fing Ishida beiläufig an, während er an seiner Suppe schlürfte, „Mir ist die Tochter von Teuchi über den Weg gelaufen. Sie sah gar nicht gut aus. Nishi hat sie beim Gehen stützen müssen.“ Er nahm einen großen Löffel von seinen Ramen und aß seelenruhig weiter, als würde es ihn nicht interessieren, was mit ihr war. Er war ohnehin nicht besonders angetan von Ayame und so vermied er es meistens mit ihr zu sprechen, was nicht zuletzt auch daran lag, dass er mit Mädchen im allgemeinen nicht gut klarkam. Seine Abneigung ihnen gegenüber konnte man meistens an seinen Blicken oder Worten herausnehmen.
Als Sanya dies hörte sah sie von ihrer Schüssel auf und stoppte in ihrer Bewegung. Sie setzte sofort ein besorgtes Gesicht auf. „Ohje, das hört sich schrecklich an! Ich hoffe, es ist nichts allzu schlimmes und es geht ihr wieder besser.“ Sanya wurde etwas traurig, denn im Gegensatz zu Ishida, mochte sie Ayame sehr und sie unterhielt sich gerne mit ihr.
„Wen interessiert das schon?“, kam es von Ryusei, der seine leere Schüssel vor sich wegschob. Akuma horchte plötzlich auf. Es war ihm nicht entfallen, dass Teuchis Tochter in letzter Zeit etwas merkwürdig drauf war, denn ihre fröhliche Art ließ seit ein paar Wochen immer stärker ab und das kannte er nicht von ihr, schließlich beobachtete er immer alles genau und es entging ihm eigentlich sonst nie eine Veränderung. „Das ist seltsam.“, sagte Akuma und legte seine Stäbchen auf dem Tisch. Daiki starrte ihn an. „Was ist seltsam?“ Akuma schien zu überlegen und machte ein nachdenkliches Gesicht, während er mit seinem Fuß Kreise auf den Boden zeichnete, um wenigstens ein Körperteil von ihm bewegen zu können. Daiki starrte ihn weiterhin an und versuchte sich Akumas Gedanken selbst irgendwie zusammenzureimen, was ihm jedoch nicht gelang. Das gelang eigentlich niemandem. „Ach, nichts.“, sagte der katzenhafte Junge schließlich, nachdem er eine Minute lang überlegt hatte. Yoshio sah ihn genervt an, denn Akumas seltsames Verhalten hatte es geschafft ihn neugierig zu machen. „Was heißt hier „Ach, nichts“?! Spucks schon aus!“ Yoshio musterte ihn ungeduldig und nahm einen Schluck von seinem Getränk. Eine Kellnerin kam an ihrem Tisch vorbei und wollte die leeren Schüsseln einsammeln, doch Ryusei scheuchte sie weg und sagte, dass sie gerade störte. Als diese jedoch nicht gehen wollte, stand er auf und sah sie mit einem herablassenden Blick warnend an. Sie zögerte für einige Sekunden, sagte dann aber, dass sie in ein paar Minuten wiederkommen würde und verschwand zu den anderen Tischen. Daiki mochte es zwar nicht, wenn Ryusei so mit der Bedienung umsprang, aber andererseits hatte er recht, sie störte wirklich.
Sanya hatte ihre Ramen fertig gegessen und legte säuberlich die Stäbchen auf ihre Serviette neben der Schüssel. Sie hatte die ganze Zeit zugehört, aber konnte sich nicht erklären, was Akuma meinte. Ayame war doch nicht seltsam. Sie war bestimmt nur gestresst von der ganzen Arbeit. „Es ist bestimmt alles in bester Ordnung.“, sagte sie dann lächelnd und sah in die Runde. Daiki, der neben ihr saß stimmte ihr zu. „Shio, reg dich jetzt mal ab. Akuma will uns doch nur wieder auf den Arm nehmen.“
Akuma ignorierte die Gruppe, denn er dachte wieder angestrengt nach. Er hatte Ayame letzte Woche mit einem Mann gesehen und sie schien glücklich gewesen zu sein. Aber er wusste nicht, wer dieser Mann war und warum Ayame jetzt so niedergeschlagen war. Nach einigen Sekunden hatte er einen Einfall. „Liebeskummer...“, murmelte er leise vor sich hin. Die Gruppe starrte ihn an und Ishida wollte wissen, was er gerade gesagt hatte. Daraufhin versuchte Akuma ihnen ziemlich umständlich seine Vermutung zu erklären. „Ich...versteh kein Wort...“, gab Daiki zu. „Und dank dir fühle ich mich gerade äußerst dumm.“
Der Grauschwarzhaarige hielt sich genervt die Stirn. „Sie hat bestimmt Liebeskummer. Ich habe sie letzte Woche mit einem Mann zusammen gesehen und da schien sie sehr glücklich gewesen zu sein.“, sagte er deutlicher. Daiki legte seinen Kopf auf den Tisch und schien enttäuscht zu sein. „Was das ist alles? Liebeskummer? Ich habe wirklich mehr von dir erwartet, Akuma.“ „Tut mir Leid, wenn die Wahrheit langweilig sein kann, Daiki.“, kam es frech von ihm zurück und zuckte mit den Schultern, ehe er sich wieder seinen Nudeln widmete. Sanyas Wangen waren leicht errötet und sie hatte kein Wort herausbringen können, als sie das Wort Liebeskummer hörte. Sie freute sich sehr für Ayame und fragte sich, wer denn der Glückliche sei und warum sie ihr nichts davon erzählt hatte, doch einerseits stieg ihre Besorgnis nun umso mehr beim Gedanken, dass dieser Mann Ayame vielleicht verletzt haben könnte. Ishida schlurfte derweil seine Schüssel leer und wischte sich mit einer Serviette den Mund ab. Dann nahm er einen Schluck von seinem Wasser. „Was interessieren mich die Beziehungen zwischen Männern und Frauen?“, er stellte das Glas wieder auf den Tisch und als er Ryuseis Blick traf sagte er nur „Was denn?“ und verschränkte die Arme. Daiki bekam langsam Kopfschmerzen und er richtete sich auf. Ayames Liebesbeziehungen ging die Gruppe nun wirklich nichts an, auch wenn es ihn ziemlich brennend interessierte. Die Kellnerin, die Ryusei vorhin grob weggeschickt hatte, kam wieder zurück, doch dieses Mal in Begleitung einer zweiten Bedienung. Sie hatte anscheinend nicht den Mut aufgebracht alleine die Teller von diesem Tisch abzuräumen. In der Zwischenzeit hatte jeder bereits fertig gegessen und sie sahen stumm zu, wie die beiden Damen den Tisch abräumten. Als sie nach einem weiteren Getränk gefragt wurden, bestellte sich Ryusei sogleich eine Flasche Sake. Als Yoshio dies hörte, bestellte er sogar zwei und grinste seinen Chef an. Dieser beachtete ihn jedoch nicht weiter und nahm sich vor ihn in der Kneipe zu verprügeln, wenn er das nächste Mal zur Arbeit erschien. Akuma bestellte sich einen Orangensaft und fragte Sanya, ob sie auch gerne einen hätte. Diese nickte glücklich und so verdoppelte er seine Bestellung. Ishida sah Ryusei und Yoshio schockiert an, als er von ihren Bestellungen hörte. „Wie...wie könnt ihr nur dieses Zeug trinken?! Alkohol ist überhaupt nicht gut und schädigt eure Körper!“, kam es dann entsetzt von ihm. Daiki grinste und Yoshio sagte einfach, dass er genau wegen seinem Gemeckere ständig den Wunsch verspürte sich betrinken zu wollen. Ishida verstand jedoch den Sarkasmus nicht und war beleidigt. Als niemand mehr bestellen wollte, gingen die beiden Damen auch schon wieder zurück an die Arbeit.

 

~ ~ ~


Die kühle Nacht tat Ayame gut. Sie fühlte sich schon viel besser und konnte jetzt auch wieder eigenständig gehen. Nishi bestand zwar zur Sicherheit darauf sie noch eine Weile festhalten zu dürfen, doch sie lehnte ab. Er hatte sie für einen Abend genug angefasst und so sehr sie ihn auch mochte, seine Fürsorglichkeit ging ihr langsam mächtig gegen den Strich. 
Nishi lief stumm neben ihr her und sah hin und wieder zu ihr rüber, um sicherzugehen, dass es ihr gut ging. Er hatte schon seit ein paar Tagen gemerkt, dass mit ihr etwas nicht stimmte, doch getraut zu fragen hatte er sich bis jetzt nicht. Ayame war schließlich seine stellvertretende Chefin und über persönliche Dinge, die ihn nichts angingen, wollte er sie nicht ausfragen. Nachher zerstörte er damit noch das enge Band, dass die beiden hatten und das wollte er auf keinen Fall riskieren. Auch wenn er zugegeben mehr über sie wissen wollte als einem normalen Freund zustehen würde. Er erinnerte sich noch an seinen ersten Arbeitstag und wie aufgeregt und nervös er war. Ayame hatte ihn damals immer aufgemuntert, wenn er von ihrem Vater Ärger bekam, weil mit der Suppe mal etwas nicht stimmte oder er einen Gast nicht zufriedenstellend bedient hatte. Sie hatte stets ein Lächeln auf den Lippen gehabt und er bewunderte sie für ihren Optimismus. Heute war das Lächeln verschwunden und Nishi war nicht nur überaus traurig, sondern auch gleichzeitig wütend darüber. Er fragte sich ständig, was in ihrem Leben vor sich ging und warum sie sich in letzter Zeit so distanziert ihm gegenüber verhielt. Diese Gedanken hielten ihn manchmal nächtelang wach und er schaffte es nie eine Antwort auf seine Fragen zu bekommen. Vielleicht sollte er ihr sagen, dass er sie mochte. Dass er immer an sie dachte, doch er war sich unsicher, wie sie reagieren würde. Nishi hatte Angst vor Ablehnung. Er hatte in der Vergangenheit oft mit seinen früheren Beziehungen kämpfen müssen und es gab keine einzige in der er nicht von seiner Geliebten ausgenutzt wurde. Seine Gutherzigkeit lockten viele Frauen mit schlechten und nicht ernsthaften Absichten heran, was er jedoch nie erkannte. Erst wenn es zu Spät war, könnte er sich selbst in den Hintern treten für seine Ahnungslosigkeit, die er immer noch nicht ablegen konnte. 

„Nishi ich gehe jetzt rein, okay? Wir sehen uns dann...wenn es mir besser geht.“, sagte Ayame leise und legte ihre Hand auf die Türklinke. „Mach dir bitte keine Sorgen um mich. Ich sehe doch dein mitleidiges Gesicht.“, sie lächelte. „Danke für deine Hilfe, Nishi.“
Nishi stand hinter ihr und versuchte ihr lächeln zu erwidern, doch er schaffte es nicht. „Ayame...ich-“, setzte er plötzlich an, doch wurde sogleich von ihr unterbrochen. „Gute Nacht, Nishi.“ und mit diesen Worten ließ sie ihn alleine in der Nacht zurück. 

 

~ ~ ~


Das Restaurant war voll und Teuchi hatte gerade seine Arbeit in der Küche beendet. Er wollte ein wenig durch das Restaurant streifen, um sich zu vergewissern, dass es seinen Gästen auch schmeckte. Er sprach mit vielen alten Freunden und begrüßte eine junge Frau mit einem Baby im Arm. „Ihre Tochter ist wirklich niedlich. Sie erinnert mich an meine Ayame.“, er lächelte sanft und das Baby lächelte zurück. „Ich wünschte Ayame könnte wieder ein Baby sein. Sie hätten sie mal erleben sollen. Sie war zum dahinschmelzen.“, schwärmte er der Frau vor. Diese lachte und sagte, dass jeder Vater sich nach einiger Zeit wünschen würde, seine Kinder wären wieder Babys. Er nickte lachend und spielte mit der kleinen Hand des Babys, dann sah er auf die Uhr und entschuldigte sich. Teuchi ging lächelnd zu den nächsten Tischen und schien mehr als nur zufrieden zu sein. Alles lief perfekt. Niemand ahnte irgendetwas hier. Aber das hatte er bereits erwartet. Schließlich waren die Bewohner Konohas nicht gerade sehr aufmerksam. Sie fühlten sich einfach viel zu sicher, was auch an der guten Arbeit der Polizei lag und an der Tatsache, dass Kriminelle sich nicht trauten irgendetwas hier anzustellen. Teuchi aber schreckte die Polizei nicht zurück. Er kannte den Polizeichef persönlich ziemlich gut, denn er war nicht nur ein Stammgast, sondern auch ein guter Freund, der auch oft seine zwei Söhne mitbrachte.
Er sah sich um und entdeckte auch schon den Gesetzeshüter. „Na, schmeckt es dir, Fugaku?“, Teuchi grinste ihn an und der Angesprochene hielt für einen Moment beim Essen inne. „Wenn es mir nicht schmecken würde, wäre ich doch nicht hier oder, Teuchi?“, sagte er erst streng, doch dann formten seine Lippen ein Lächeln und er musste lachen. „Setz dich doch zu uns. Sasuke, mach Platz für den Chef.“ Sasuke zögerte erst für eine Sekunde, doch dann rutschte er schnell auf den nächsten Sitz und ließ Teuchi neben ihm Platz nehmen. „Danke, Sasuke. Dein Sohn ist wirklich groß geworden, Fugaku.“, sagte er lächelnd. „Ja und er raubt mir immer öfter den letzten Nerv.“, er sah seinen Sohn an, doch dieser ignorierte ihn und aß seine Ramen weiter. „Ich hoffe, die Ramen sind nicht zu scharf. Ich benutze dafür eine spezielle Würzmischung, die manche Kunden nicht vertragen.“, sagte Teuchi und sah Sasuke sanft lächelnd von der Seite an. Der Uchihaspross hatte das schärfste Gericht auf seiner Karte bestellt. Sasuke zuckte mit den Schultern. „Es ist in Ordnung so. Das ist meine fünfte Schüssel.“ Teuchi sah ihn überrascht an. „Deine fünfte Schüssel? Dein Sohn ist wirklich hart im nehmen, nicht wahr?“, er lachte seinen Freund an und dieser grinste. „So ist er schon immer gewesen.“, er sah Teuchi wieder ernst an. „Teuchi. Ich will dir keine Sorgen bereiten, aber eines muss ich dir noch sagen: Pass gut auf deine Tochter auf. In letzter Zeit scheint das Dorf nicht...sicher zu sein. Es gab Morde und ein neuer wurde uns gestern Nacht gemeldet. Ich weiß nicht, ob du das schon gehört hast.“ Fugaku sah zu seinem Sohn, der ihn jedoch trotzdem nicht weiter beachtete und sprach dann weiter. „Ayame ist ein gutes Mädchen. Es würde mir das Herz brechen, wenn ihr etwas passieren würde.“, er sah seinem Gegenüber an. „Das hört sich schrecklich an...wer könnte das getan haben? Morde in Konoha? Das klingt viel zu absurd.“ „Das habe ich auch am Anfang gedacht, aber es scheint hier jemanden zu geben, der es auf junge Mädchen abgesehen hat, zumindest waren die bisherigen Opfer alle Mädchen im Teenageralter. Darum meine Sorge um Ayame.“ Teuchi blinzelte und dachte nach. Es stimmte. Bis jetzt hatte er noch keinen Jungen getötet. Das wollte er eines Tages ändern. „Ach was, Fugaku, Ayame wird schon nichts passieren. Ich werde natürlich auf sie achten.“, sagte er lächelnd, doch der Polizeichef schien nicht zufrieden mit der Antwort zu sein. „Du kannst dich hoffentlich noch an unser Gespräch erinnern, richtig?“ Teuchi lehnte sich zurück und verschränkte die Arme. An das Gespräch erinnerte er sich natürlich sehr gut, es war vor ein paar Monaten gewesen und Fugaku hatte die ganze Nacht trinkend im Restaurant verbracht. Seine Frau hatte ihn nicht sehen wollen und so ging er zu Teuchi, um sich bei ihm aussprechen zu können. In der Nacht waren beide so betrunken gewesen, dass sie über die unsinnigsten Dinge sprachen. Fugaku schätzte Teuchi sehr und er war froh, dass die beiden gute Freunde waren, denn er war der Meinung, dass Teuchi der einzige Mensch im Dorf war, der ehrlich war und ihm nicht in den Rücken fallen würde. Er konnte ihm alles anvertrauen, denn er hatte immer ein offenes Ohr für ihn. Einen Freund wie Teuchi sollte einfach jeder haben, dachte er sich manchmal. Er war für einen da, wenn man ihn brauchte und er half ihm oft aus Schwierigkeiten heraus. Er schlichtete auch hin und wieder die Streitigkeiten mit seiner Ehefrau, denn im Gegensatz zu Fugaku, hörte sie auf Teuchi. Wer hörte nicht auf ihn? Wenn es einen Preis geben würde für den besten, nettesten und hilfsbereitesten Menschen hier in Konoha, dann würde Teuchi ihn garantiert gewinnen. Fugaku mochte Teuchi so sehr, dass er bald auf dessen Tochter zu sprechen kam. Er wollte eine gute Frau haben für seinen ältesten Sohn und welches Mädchen wäre besser dafür geeignet, als die Tochter Teuchis. Dieser hatte lange darüber nachgedacht und ihm dann gesagt, dass er Ayames Gefühle nicht steuern könnte und das es ihre Entscheidung sein sollte, wen sie später zum Mann nehmen möchte. Fugaku hatte still zugehört und an seinem Alkohol genippt. Ehrlich gesagt gefiel ihm jedoch diese Idee sehr und es würde ihn mehr als nur freuen, wenn seine Tochter Itachi Uchiha heiraten würde, denn er war ein anständiger und guter junger Mann, der sie gut versorgen könnte, doch er wusste, dass sie damit nicht einverstanden wäre. Bis jetzt hatte er ihr darüber auch nichts gesagt. 
Teuchi seufzte. „Ich habe Ayame noch nichts von deiner Idee gesagt, um ehrlich zu sein. Ich will sie nicht verärgern. Sie ist in letzter Zeit sowieso nicht gut drauf. Außerdem...“, er machte eine kurze Pause, „Außerdem glaube ich, dass sie schon jemanden hat.“ „Was? Wen denn?“, Fugaku legte seine Stäbchen hin und sah genervt aus. „Ich habe dir doch gesagt, dass ich Ayame für Itachi haben möchte! Er ist sogar einverstanden, aber nur, wenn sie das auch möchte.“ Teuchi sah ihn lange an und seufzte schließlich. „Ich...rede mal mit ihr, okay? Es wäre mir um ehrlich zu sein auch lieber, wenn sie sich für Itachi entscheiden würde. Dann wäre ich mir sicher, dass sie in guten Händen ist, wenn ich mal...nicht mehr da sein sollte.“, er zögerte und sah dann seinen Freund an. Dieser ignorierte jedoch den letzten Satz und nickte zufrieden. „Gut. Sprich mit deiner Tochter. Es würde mich mehr als nur freuen die Hochzeit der beiden bekannt zu geben.“, Fugaku nahm wieder seine Stäbchen in die Hand und aß weiter. Teuchi lächelte nickend und verabschiedete sich erst einmal von seinem Freund und Sasuke. Dann ging er in die Küche und schaltete den kleinen Fernseher an. Niemand war da und er lehnte sich gegen eine Wand. Er fühlte sich wieder nicht gut und durchsuchte schnell seine Taschen nach seinen Tabletten. Nachdem er mehrere Minuten ungeduldig seine Taschen ausleerte, fand er auch schon die Tablette und schluckte sie sogleich hinunter. Die Mühe sich davor ein Glas Wasser zu holen machte er sich nicht. Er ließ sich auf einen Klappstuhl nieder und starrte den Fernseher an. Er schwitzte plötzlich und atmete stark, doch nach wenigen Minuten vergingen die Symptome und er schloss ein wenig seine Augen. Der Fernseher war auf den Nachrichtenkanal geschaltet und er hörte nur halb zu. Als er plötzlich das Wort Mord vernahm, machte er den Fernseher lauter. 

„...die Polizei hat gestern Abend die Leiche eines ungefähr 17 jährigen Mädchen gefunden. Nach den Ermittlungen zufolge soll es sich hierbei um die Schülerin Tenten Hashikawa handeln...“

Teuchi hatte keine Sekunde lang blinzeln können. Er starrte den Fernseher an und musste grinsen. Das Mädchen, dass er gestern Abend getötet hatte, wurde also gefunden. Er fing an zu zittern und schlang seine Arme um sich, dann lachte er plötzlich laut los und warf seinen Kopf in den Nacken. „Armes armes Mädchen...“, er lachte leise weiter und freute sich wie ein kleines Kind. Dann stand er auf und schaltete den Fernseher aus, bevor er zum Waschbecken ging und sich darin übergab. Die Aufregung tat ihm manchmal einfach nicht gut. Aus diesem Grund nahm er auch immer seine Tabletten. Teuchi erinnerte sich plötzlich an das Foto von Tenten, das er von ihr gemacht hatte, bevor er ihr die Kehle aufgeschnitten hatte und musste grinsen. Er freute sich schon nach Hause zu kommen und das Bild wieder anzusehen, während er die Nachrichten noch einmal sah. Er fragte sich, wie die Menschen wohl reagieren würden, wenn sie herausfanden, dass er es war. Der nette Nudelsuppenverkäufer. Fugaku wäre bestimmt schwer enttäuscht, aber was interessierten ihn die Gefühle eines drittklassigen Polizeichefs. Er mochte niemanden hier in diesem Dorf. Die einzige Person, die ihm etwas bedeutete war seine Tochter. Die anderen konnten ihm gestohlen bleiben. Sie waren unhöflich, undankbar und hinterhältig. Teuchi glaubte nicht, an die Freundlichkeit der Dorfbewohner, denn er war sich sicher, dass dies alles nur geheuchelt war. Vorgespielte Freundschaften, Lug und Betrug, wohin er auch ging. Das hatte er einfach satt. Er blieb lieber alleine und ließ die Menschen nicht zu sehr an sich heran. Denn das könnte ihr Ende bedeuten.

O3. Armes Armes Mädchen!

© 2023 by Name of Site. Proudly created with Wix.com

  • Facebook Social Icon
  • Twitter Social Icon
  • Google+ Social Icon
bottom of page