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O2. Nudelsuppen der freundschaft!

"Ayame. Ayame aufwachen. Dein Vater ruft nach dir.", Nishi versuchte die Tochter seines Chefs zu wecken. "Er will mit dir reden, Ayame."
Sie öffnete schlaftrunken ihre Augen und schloss sie wieder. Sie war noch ein wenig benommen und hatte überhaupt keine Lust aufzustehen. Dann kam ihr wieder in den Sinn, wo sie gerade war: Im Hinterzimmer des Restaurants. Sie richtete sich schnell auf und sah auf die Uhr. Es war fast 20 Uhr! Sie hatte 6 volle Stunden durchgeschlafen! Das war ihr in ihrem ganzen Leben vorher noch nie passiert, dass sie so eine lange Zeit schlafend im Restaurant verbrachte. Ihr Vater musste bestimmt stocksauer sein! 
"Na endlich bist du wach.", Nishi hatte ihr ein Glas Wasser gebracht und hielt es ihr vor die Nase. "Trink ein wenig. Du hast den ganzen Tag nichts getrunken." Sie blickte auf und sah in sein besorgtes Gesicht. Ayame kannte ihn schon seit vielen Jahren, aber sie hatte ihm noch nie richtig in die Augen gesehen. Sie war wirklich ein schlechter Mensch, dachte sie. "Danke.", Ayame nahm ihm das Glas ab und wollte einen Schluck nehmen. Plötzlich stoppte sie in ihrer Bewegung und hielt sich die Hand vor dem Mund. Ihr war unfassbar schlecht geworden und sie musste sich übergeben. "Ayame?! Geht's dir nicht gut?!", Nishi nahm ihr das Glas aus der Hand und brachte sie schnell auf die Personaltoilette neben dem Hinterzimmer. Er hielt ihre Haare, während sie sich übergab. Ihr ging es überhaupt nicht gut. Sie fühlte sich elend und fragte sich, ob sie etwas schlechtes gegessen hatte. Warum musste sie sich plötzlich aus heiterem Himmel übergeben? 
Nishi säuberte ihre Kleidung, die ein wenig schmutzig wurde. Sie beobachtete ihn während sie neben der Toilette auf dem Boden saß. Ihr war immer noch schlecht, aber sie hatte nicht den Drang sich wieder über die Schüssel zu beugen. Nishi kümmerten sich fast schon zu sehr um sie. Er fragte ständig, wie sie sich jetzt fühle, ob sie etwas trinken möchte oder ob er sie nach Hause bringen solle. Er brachte ihre Haare in Ordnung und half ihr auf. "Du bist noch etwas gelb im Gesicht.", stellte er besorgt fest. "Es geht schon wieder.", sagte sie, um ihn zu beruhigen. "Danke."

Er legte einen Arm um ihre Schulter und brachte sie aus der Toilette. Dann rief er eine Bedienung und sagte ihr, dass sie den Chef holen solle. Nach wenigen Minuten kam er auch schon hergeeilt. "Was ist passiert?", wollte er von Nishi wissen. Die Schweigebestrafung war natürlich noch nicht beendet. "Ihrer Tochter geht es nicht gut. Sie sollte besser nach Hause gehen, Chef." Teuchi sah sich seine Tochter an. Sie hatte ein fahles gelbes Gesicht und dunkle Ringe unter den Augen, wahrscheinlich hatte sie die letzten Tage kaum geschlafen. Sie schien überarbeitet zu sein. Aber da war noch etwas. "Hast du dich übergeben?", er wandte das Wort nun direkt an seine Tochter und sah sie fragend an. Die ganze Zeit über hatte Ayame auf den Boden gestarrt und wagte es nicht ihrem Vater auch nur einmal in die Augen zu sehen, doch als er sie direkt ansprach, fuhr sie sofort mit dem Kopf hoch und starrte Teuchi an, unfähig ein Wort zu sagen. "Ayame. Hast du dich übergeben?", wiederholte er die Frage nun etwas eindringlicher. "Ehm...j-ja, mir ging es nicht so gut. Ich weiß auch nicht wieso.", sagte sie. Teuchi schaute sie ernst an und runzelte die Stirn. Eine gefühlte Minute lang verharrte er in dieser Position, doch dann nahm sein Gesicht sanfte Züge an. Er hob seine Hand und legte sie auf Ayames Wange. "Geh nach Hause und ruh dich aus, meine Kleine. Für den Rest der Woche brauchst du nicht zur Arbeit zu kommen. Vergiss nicht, dass du Urlaub hast.", sagte er und strich ihr langsam über die Wange. Ayame konnte sich nicht mehr zusammenreißen. Tränen bildeten sich in ihren Augen und sie nahm ihren Vater nur noch verschwommen wahr, da sie nicht blinzelte. Er hatte das Schweigen endlich gebrochen und sprach wieder mit ihr! Sie war so erleichtert wieder mit ihm reden zu können, dass Ayame sogar ihren Zorn ihm gegenüber vergaß. Sie konnte nicht länger wütend auf ihren Vater sein. Er verstand sie zwar immer noch nicht, doch das kümmerte sie im Moment nicht mehr. Sie würde eine andere Lösung finden. "Ich werde sie nach Hause begleiten, Chef.", meldete sich plötzlich Nishi zu Wort. "Alleine schafft sie das bestimmt nicht." Teuchi nickte und lächelte beide sanft an. Dann verabschiedete er sich von seiner Tochter und ging wieder zurück in die Küche. Nishi setzte Ayame auf einen Stuhl und packte ihre Sachen zusammen. Danach legte er wieder einen Arm um sie und beide verließen das Restaurant. Es war bereits Nacht und deutlich kühler. Der frische Wind tat Ayame gut und sie schloss für einige Sekunden die Augen, ehe Nishi sie mit sich zog.

 

~ ~ ~


Ryusei stand draußen vor dem Restaurant und zündete sich eine Zigarette an. Er wollte noch eine rauchen, bevor er sich mit den anderen traf. Drinnen musste er sich noch um seine Reservierung kümmern und er hoffte für die Angestellte, dass sie es nicht vergessen hatte. Das war letztes Mal der Fall gewesen und nur seine Freunde konnten ihn noch daran hindern die Stühle im Restaurant zu zerstören. Teuchi hatte sich damals jedoch aufrichtig entschuldigt und für jeden aus der Gruppe eine kostenlose Nudelsuppe gemacht, die sie zwar nicht dort essen konnten, aber dafür hatten sie es sich in Ryuseis Kneipe gemütlich gemacht. Ryusei war trotzdem genervt gewesen und er hatte an diesem Abend drei Flaschen seines guten Sakes leergetrunken, worüber er sich bis heute noch ärgerte, da er ziemlich teuer gewesen war und er ihn nicht so verschwenden wollte. 
Er schüttelte den Kopf, warf seinen Zigarettenstummel auf den Boden und trat ihn aus. Dann richtete er seinen Yukata, da er etwas verrutscht war und er nicht schlampig aussehen wollte. Das Aussehen war für ihn das A und O. Er hasste Menschen, die sich nicht pflegten und ihr Aussehen vernachlässigten. Das machte ihn jedes Mal wütend und er fing immer an denjenigen in Grund und Boden zu beleidigen, was nicht selten zu einer körperlichen Auseinandersetzung führte. Das machte ihm aber nichts aus. Hauptsache man verstand am Ende seine Botschaft. 
Ryusei ging nun in das Restaurant hinein und sah sich kurz um. Im Erdgeschoss waren alle Tische besetzt und es roch wunderbar nach Ramen. Die Kellnerinnen liefen eilig von einem Tisch zum anderen und brachten den Gästen ihre Bestellungen oder Getränke. Dabei schienen manche mit Mühen ein freundliches Gesicht beizubehalten. Ihre Müdigkeit war ihnen ins Gesicht geschrieben. Ryusei ging mit geraden großen Schritte auf die Treppe zu, um in das obere Stockwerk zu gelangen. Dort waren die meisten Reservierungen, doch die meisten Tische waren noch nicht eingenommen worden. Das Kärtchen mit der Aufschrift „Reserviert“ stand immer noch auf den Tischen. Ryusei wurde direkt von einer besonders müde aussehenden Bedienung angesprochen, die dunkle Ringe unter ihren Auge hatte. Er sah ihr nicht in die Auge und sagte, dass er einen Tisch reserviert hatte. Sie ließ sich seinen Namen sagen und führte ihn sogleich zum besagten Tisch. Dieser war in der Ecke auf der Fensterseite und etwas abseits von den anderen Gästen. So mochte er es am liebsten, da er ungern während dem Essen oder Reden von anderen beobachtet oder gestört werden möchte. Natürlich war er der Erste und keiner von seinen Freunden hatte sich bis jetzt blicken lassen, obwohl es bereits Zeit für das Treffen war. Er setzte sich auf den Platz am Fenster mit dem Rücken zu den anderen Gästen und ließ sich von der müden Bedienung einen Aschenbecher bringen. Er zündete sich wieder eine Zigarette an und beobachtete die Straße unter ihm. Die Menschen liefen eilig herum und die Straße war erhellt von den bunten Lichtern der verschiedenen Neonreklamen. Teuchi hatte sich wirklich einen guten zentralen Platz ausgesucht, dachte er sich und zog noch einmal an seiner Zigarette. Es vergingen 5 Minuten und er wurde mit jeder Sekunde ungeduldiger. Doch dann sah er auch schon die erste Person, die mit großen schnellen Schritten auf das Restaurant zusteuerte. Selbst von hier oben konnte er sehen, dass sie ein fröhliches Gesicht hatte. „Da kommt auch schon unsere Sanya.“, sagte er leise zu sich selbst und stützte sein Gesicht mit seiner linken Hand ab, während er ausdruckslos das kleine Mädchen beobachtete.
Sanya lief schnell die Treppen hinauf und hoffte, dass die anderen ihr Verspäten entschuldigen mögen. Das war normalerweise nicht ihre Art und sie schämte sich sehr dafür. Sie hatte völlig die Zeit vergessen, als sie auf dem Spielplatz in ihrem Lieblingspark war. Die Kinder dort hatten völlig einen Narren an ihr gefressen und wollten ständig mit ihr spielen. Da konnte Sanya einfach nicht Nein sagen. Sie waren einfach alle viel zu niedlich gewesen und einen kleinen Jungen hatte sie besonders ins Herz geschlossen. Da konnte sie die Kleinen doch nicht enttäuschen, als sie ihre großen Äuglein erwartungsvoll ansahen. Sie hoffte, ihn das nächste Mal wiedersehen zu können und vielleicht konnte sie sich ja auch ein wenig mit seiner Mutter unterhalten. Sie schien nämlich sehr nett zu sein, doch hatte sie sich nicht wirklich getraut sie anzusprechen. Er hatte ihr eine kleine Blume geschenkt, die sie sich in ihr hellgrünes Haar gesteckt hatte. 
Oben angekommen wurde sie auch schon von einer Bedienung begrüßt. Höflich erklärte sie, dass ein Freund einen Tisch hier reserviert hatte und sie ihn nun treffen wolle. Als sie sich umsah entdeckte sie auch schon den Hinterkopf des großen Mannes, der gerade zu rauchen schien. Sanya sagte, dass sie ihn gefunden hatte und bedankte sich trotzdem noch schnell bei der Bedienung. Sie ging langsam auf ihn zu und ihr Herz klopfte etwas schneller als gewohnt. Sie mochte Ryusei zwar, doch er machte ihr immer noch ein wenig Angst. Er war einfach viel zu gewaltig und furchteinflößend. Wäre er nicht ein guter Freund von Daiki gewesen, dann hätte sie niemals ein Wort mit ihm gewechselt. Aber darüber wollte sie jetzt nicht nachdenken. 

„H-Hallo, Ryu!“, sagte sie und verneigte sich zur Begrüßung. Dann nahm sie ihm gegenüber am Fenster Platz und versuchte zu lächeln. Ryusei hatte den Gruß mit einem Nicken erwidert und zog ein letztes Mal an seiner Zigarette. Er wollte Sanya nicht zuräuchern, denn er wusste, dass es ihr nicht gut tun würde. 
„Ich bin ein wenig spät dran. Ich dachte, dass die anderen schon alle da sein würden.“, Sanya versuchte Blickkontakt mit Ryusei aufzubauen, doch dieser starrte einfach weiter aus dem Fenster heraus. „Keine Sorge. Obwohl du zu spät bist, bist du trotzdem noch pünktlich.“, kam es dann schließlich von ihm. Sanya spielte unter dem Tisch mit dem Saum ihres Kleides und schien sichtlich nervös zu sein. Das war das erste Mal, dass sie mit Ryusei alleine war. Gesprächsstoff hatte sie für diese Situation nicht parat. Ryusei merkte sofort, dass sie sich etwas unwohl fühlte und musste für einen Moment grinsen. Er war schon fast stolz auf sich, weil er diese Art von Aura ausstrahlen konnte. 
Die beiden bestellten sich schon mal etwas zu trinken und es vergingen 15 min. des Schweigens bis der Nächste endlich auftauchte.

„Oh mein Gott, es tut mir so leid, Leute! Ich habe total verschlafen!“, Daiki hielt sich mit der einen Hand an der Tischkante fest und mit der anderen an seine Seite. Er war den ganzen Weg bis zum Restaurant gerannt und hatte Seitenstechen bekommen. Sanya freute sich so sehr ihn zu sehen, dass sie sofort aufsprang und ihn umarmte. Daiki war für einen Moment verwirrt, weil er das nicht kommen sah, doch dann erwiderte er die Umarmung und tätschelte ihr auf den Kopf. Ryusei schien nun endlich auch aus seinem Tiefschlaf aufgewacht zu sein und grinste seinen Freund an. „Ich werde dich eines Tages umbringen, Dai. Du verschläfst mir nach meinem Geschmack viel zu oft.“, sagte er während sich Daiki neben Sanya setzte. 
Daiki lachte plötzlich laut auf und winkte ab. „Kommt nicht wieder vor.“, versprach er lachend und rief eine Kellnerin. Er bestellte sich ein Glas Wasser und fing an sich mit der kleinen Gruppe zu unterhalten. Nach und nach kamen auch schon Yoshio gefolgt von Akuma. Ryusei hatte sich inzwischen auf seinem Platz breitgemacht, sodass niemand mehr neben ihm sitzen konnte. Als Yoshio ihn aufforderte seinen Hintern wegzubewegen, damit er Platz nehmen konnte, weigerte sich Ryusei schlicht und einfach und tat so, als wäre der Orangehaarige nicht da. Sanya musste ein wenig grinsen, weil es witzig war Yoshio dabei zuzusehen, wie er sich aufregte und Daiki musste diesen auffordern seine Stimme zu senken, weil die Kellnerinnen bereits komisch zu ihnen herübersahen. Nur Akuma schien für dieses ganze Theater keine Nerven zu haben und sagte, dass er nun zu einem Ort gehen würde, den die Menschen aufsuchten, wenn sie etwas bestimmtes spürten. Mit diesen Worten ließ er auch schon seine mehr als nur verwirrten Freunde zurück und begab sich Richtung Toilette.
„Wieso kann er nicht einfach sagen, dass er mal auf's Klo muss?“, sagte Yoshio und schubste Ryusei lässig weg, damit er sich setzen konnte. Dieser bedachte ihm mit einem bösen Blick. „Willst du dich mit mir anlegen?!“, sagte er zähneknirschend und richtete seinen verrutschen Yukata. „Ich habe mich heute schon geprügelt und ich werde es auch wieder tun, du Idiot!“, erwiderte Yoshio. „Klappe ihr beiden! Hier wird sich niemand prügeln!“, Daiki sah die beiden genervt und fast schon wütend an und hoffte, dass sie sich endlich zusammenreißen würden. Die beiden hielten für einen Moment inne und wenn Sanya nicht dabei gewesen wäre, hätten sie Daiki wahrscheinlich komplett ignoriert. Das einzige Mädchen aus ihrer Gruppe schien sich etwas unwohl zu fühlen, beim Gedanken, dass die beiden sich gleich verletzten würden. „Okay, okay.“, sagte Yoshio und hob beschwichtigend beide Hände. Akuma kam daraufhin zurück und setzte sich neben Yoshio. Er trommelte mit den Fingern auf der Tischoberfläche herum und wippte wiedereinmal mit seinen Füßen auf und ab. Daiki rief noch einmal die Bedienung zu sich und bestellte für die anderen ein Getränk. Nach einer gefühlten Ewigkeit gesellte sich schließlich auch das letzte Mitglied der Truppe zu den anderen. Ishida schlenderte langsam und gelassen zu ihrem Tisch herüber, als hätte er alle Zeit der Welt. 

„Wow, ihr seid ja alle schon da. Schön, dass ihr pünktlich gewesen seid!“, sagte er lächelnd und setzte sich neben Daiki. „Weißt du was noch schöner wäre? Wenn zur Abwechslung DU einmal pünktlich wärst, Shi!“, sagte Ryusei sichtlich genervt. Er hasste seine Unpünktlichkeit einfach. „Tut mir Leid, aber ich war ein wenig spazieren und hatte die interessantesten Gedankengänge seit Langem, sodass ich die Zeit vergessen habe. Ich wünschte, ihr könntet mal in meinen Kopf schauen. Das würde euch garantiert von den Socken hauen!“, sagte er schon etwas euphorischer, als sie es eigentlich von ihm gewohnt waren. Sanya kicherte und beugte sich vor, um Ishida anzusehen. „Das würde mich sehr interessieren, Shi. Ich bin mir sicher, dass aus dir ein guter Autor werden würde. Hast du schon mal darüber nachgedacht?“, Ishida drehte sich leicht zu ihr um, sah ihr jedoch nicht in die Augen. „Also darüber habe ich bis jetzt noch nie wirklich nachgedacht. Ich war bis jetzt nur darauf fixiert eines Tages das Blumengeschäft zu übernehmen, in dem ich arbeite.“, sagte er und nahm einen Schluck aus seinem Glas. „Autor?“, meldete sich nun Akuma zu Wort. „Da sitzt man doch den ganzen Tag nur am Schreibtisch herum und man kann sich kaum bewegen! Das ist doch total bescheuert!“, er stand plötzlich auf und sah Sanya an, dann zog Yoshio ihn wieder zurück auf seinem Platz. „A-Aber er kann dann wunderschöne Geschichten schreiben, Akuma.“ versuchte sie sich irgendwie zu retten. „Also wenn ich eine Geschichte schreiben würde, dann-“, fing Ryusei an und wurde von Yoshio unterbrochen „-wäre sie die mit Abstand schlechteste Geschichte, die die Menschheit je lesen musste.“, beendete der Orangehaarige den Satz seines Nebensitzers. Ryusei drehte sich langsam und beinahe bedrohlich um und sah Yoshio warnend an. „Kann es sein, dass du verprügelt werden möchtest, Shio?!“ „Warum finden wir das nicht heraus?“, sagte dieser und lächelte verschmitzt. Daiki war sichtlich froh, dass keine anderen Mädchen in der Nähe waren, denn dieses Lächeln hätten ihre armen Herzen sicher nicht ertragen können. Ishida sprang sofort auf, als Yoshio seine Faust für den ersten Schlag hob und packte ihn an seinem Handgelenk. „Ihr wisst ganz genau, was ich von euren Schlägereien halte!“ „Lass los, Shi!! Sonst verpass' ich dir auch noch eine!“ „Yoshio!“, rief Daiki plötzlich und dieser starrte ihn fragend an. „Was denn, Dai?!“
Akuma und Sanya sahen sich an und er sah die Besorgnis in ihren Augen, die er nicht ertragen konnte. Sanya wiederum hoffte, dass er etwas unternehmen könnte, da sich die Situation ein wenig verschlimmerte als Anfangs gedacht. Mit einem tiefen Seufzer stand Akuma auf und bedeutete Ishida sich zu setzen. Dann bewarf er die beiden Streithähne mit Untersetzern und sagte folgenden Spruch: „Halte deine alten Freunde zusammen, denn neue kommen ihnen nicht immer gleich."
Als er das sagte waren alle für einen Moment ruhig und starrten ihn an. Dann unterbrach Yoshio die Stille. „Jetzt...habe ich keine Lust mehr mich zu streiten.“ und Ryusei zuckte nur mit den Schultern und gab ein „Tze.“ von sich. Sanya war beruhigt und Daiki lehnte sich erleichtert zurück. Diese Treffen waren jedes Mal nervenaufreibend. Sehr mit sich selbst zufrieden setzte sich Akuma wieder hin und rief die Kellnerin, die dem Treiben die ganze Zeit verfolgte und eilte mit ihrem Notizblock und Stift bewaffnet auch schon zu ihrem Tisch. Dann fragte sie nach den Bestellungen. „Also ich hätte gerne zwei Schüsseln Chicken Miso Ramen, dann noch eine Schüssel Yasai Miso Ramen, eine Schüssel Gyoza Ramen und...ehm...Shi was möchtest du nochmal?“ „Miso Ramen, bitte.“ „Ahja und dann einmal Miso Ramen und für die zwei Streithähne einmal Shoyu Ramen und Spicy Sapporo Miso Ramen. Und wenn es geht bei mir mit extra Hähnchenfleisch, bitte.“
Die Bedienung notierte alles in windeseile und ging schnell die Bestellung in der Küche aufgeben. Allmählich füllte sich auch das obere Stockwerk mit Menschen und die Tischkärtchen mit der Aufschrift „Reserviert“ verschwanden einem nach dem anderen. Auch wurde es etwas lauter und Gelächter und Getratsche waren von fast jedem Tisch zu hören. Daiki liebte diese Atmosphäre, denn sie war so lebendig und schön, dass er jedes Mal beinahe aufspringen und die Menschen umarmen wollte. 
Nach wenigen Minuten war das Essen auch schon da und die Gruppe stürzte sich fast schon auf die Schüsseln. Alle genossen die Ramen und es herrschte eine ganz andere Atmosphäre zwischen ihnen als vor wenigen Minuten. Man könnte fast schon sagen, dass die Suppen sie wieder eng aneinander geschweißt haben. Yoshio provozierte Ryusei nicht mehr und Sanyas Lachen wurde mit jedem Löffel lauter, während Akuma eine witzige Geschichte erzählte. Daiki probierte ein wenig von Ishidas Ramen und Ryusei sah ihnen einfach alle dabei zu wie sie Spaß hatten.

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